Aktuelles

13.02.2026

Klares Votum für den zukünftigen Seelsorgeraum

Große Einigkeit im Dekanat Paderborn zum Bistumsprozess

Mit Sorge und Unsicherheit blicken derzeit viele Menschen auf den laufenden Bistumsprozess und die damit verbundene pastorale Transformation. Im Dekanat Paderborn herrscht jedoch in einer zentralen Frage große Einigkeit: Die Grenzen des zukünftigen Seelsorgeraums sollen mit denen des bestehenden Dekanats übereinstimmen.

Bereits im September des vergangenen Jahres wurden die ehrenamtlich Engagierten in den kirchlichen Gremien um eine Einschätzung gebeten. Auf Grundlage klar definierter Kriterien fiel das Votum damals einstimmig aus. Nach den turnusmäßigen Neuwahlen der Gremien Ende des Jahres wurde diese Einschätzung erneut eingeholt – und erneut bestätigt. Auch die hauptberuflichen Mitarbeitenden in den vier pastoralen Räumen des Dekanats unterstützen diese Position.

„Es ist sehr erfreulich, dass wir bei der ersten Fragestellung des Bistumsprozesses eine so hohe Einigkeit sowohl in den Gremien als auch in den Pastoralteams feststellen können“, betont Dechant Benedikt Fischer. Das gemeinsame Votum wurde inzwischen an den Erzbischof weitergeleitet, der die Rückmeldungen aller 19 Dekanate in verschiedenen Gremien berät und anschließend eine Entscheidung zur Umschreibung der Seelsorgeräume trifft.

Der konstruktive Start des Prozesses spiegelt sich auch in den Rückmeldungen der ehrenamtlich Engagierten bei Informationsveranstaltungen wider. Viele erkennen die Notwendigkeit des Bistumsprozesses an und zeigen Bereitschaft, sich aktiv einzubringen. „Wir wollen den Weg der inhaltlichen Gestaltung des Seelsorgeraums gemeinsam mit Haupt- und Ehrenamtlichen gehen“, so Fischer mit Blick auf die kommenden Schritte.

Dabei sei es wichtig, die im Prozess vorgesehenen Zeitstrukturen einzuhalten. „Nur so lassen sich Unzufriedenheiten vermeiden, die entstehen können, wenn Themen verfrüht oder außerhalb der vorgesehenen Schritte bearbeitet werden“, unterstreicht der Dechant.

Die Koordination des Prozesses im Dekanat Paderborn liegt bei Dekanatsreferent Jan Schumacher. Er macht deutlich, dass neben positiven Rückmeldungen auch Sorgen und kritische Stimmen ernst genommen werden: „Die vorhandenen Ängste dürfen im Prozess nicht ignoriert werden. Wir nehmen sie ebenso wie konstruktive Kritik auf und geben sie an die Projektleitung weiter.“

Gerade für Ehrenamtliche sei eine verlässliche und langfristige Planung entscheidend, da viele von ihnen beruflich eingebunden sind und kurzfristige Termine nicht immer wahrnehmen können. Nach Wunsch des Dekanates soll dies den Ehrenamtlichen ermöglicht werden, um auch den unterschiedlichen Voraussetzungen gerecht zu werden und gemeinsam einen Seelsorgeraum zu gestalten, der für alle tragfähig und zukunftsfähig ist.

Infokästen

Dekanat Paderborn

Das Dekanat Paderborn umfasst die Kirchengemeinden der vier pastoralen Räume Paderborn, An Egge und Lippe, Elsen-Wewer-Borchen und Hl. Martin, Schloß Neuhaus, in denen über 80.000 Katholiken leben. Hauptaufgaben sind die Vernetzung, Koordination und Unterstützung pastoraler, sozialer und bildungsbezogener Aufgaben sowie die Förderung der Zusammenarbeit der Gemeinden, kirchlichen Einrichtungen und Verbände.

Bistumsprozess im Erzbistum Paderborn – „Glauben. Gemeinsam. Gestalten.“

Unter dem Leitwort „Glauben. Gemeinsam. Gestalten.“ hat das Erzbistums Paderborn am 8. April 2025 seinen Bistumsprozess gestartet. Der Prozess begründet eine neue, wegweisende Etappe in der anhaltenden Erneuerung des Erzbistums Paderborn und berücksichtigt Seelsorge (Pastoral) und Verwaltung gleichermaßen. Das Ziel des Bistumsprozesses ist eine zukunftsfähige Kirche, die nah bei den Menschen ist und gemeinsam gestaltet wird.

Diese zukunftsfähige Kirche gründet auf einer neu gedachten Seelsorge, die Glaube, Gemeinschaft und Begleitung auch unter veränderten Bedingungen erfahrbar werden lässt. Schwerpunkte sind größere, verlässlich strukturierte Seelsorgeräume mit Pastoralen Zentren, multiprofessionellen Teams und einer stärkeren Förderung des Engagements ehrenamtlicher und hauptamtlicher Mitarbeitender. Gemeindeteams aus ehrenamtlich Engagierten gestalten das kirchliche Leben vor Ort.

Auch die Verwaltung wird neu organisiert, um einen verlässlichen und effizienten Service unter hohen Qualitätsansprüchen sicherzustellen. Auf diese Weise erhalten haupt- und ehrenamtlich Engagierte vor Ort mehr Raum für den kirchlichen Auftrag. Der Anspruch: Nähe zu den Menschen, Verkündigung und Dienst am Nächsten gleichermaßen.

Mit dem Bistumsprozess begegnet das Erzbistum dem Rückgang an Personal, Ressourcen und kirchlicher Bindung in der Gesellschaft. Die entstehende Transformation ist eine Antwort auf diese Herausforderungen mit dem Ziel, verlässliche Strukturen zu schaffen und kirchliches Leben vor Ort zu fördern. Gleichzeitig ist der Bistumsprozess auch ein geistlicher Weg, den Haupt- und Ehrenamtliche, Mitarbeitende und Gläubige gemeinsam gestalten.

Die Neuausrichtung wird mehrere Jahre andauern: Die pastorale Umgestaltung mit maximal 25 Seelsorgeräumen, pastoralen Zentren und verlässlichen Orten des Glaubenslebens wird schrittweise bis in die Perspektive 2040 gedacht. Im Frühjahr 2026 soll die Umschreibung der Seelsorgeräume feststehen. Die Substrukturen innerhalb eines Seelsorgeraums werden parallel im Prozess entwickelt.

Die Transformation der Verwaltung, die eine gemeinsamen Verwaltung aus dem Erzbischöflichen Generalvikariat, den drei Gemeindeverbänden OWL, Mitte und Ruhr, sowie einer KiTa-Holding anstrebt, soll bis Ende 2027 strukturell abgeschlossen werden.