03.05.2018

Interaktive Ausstellung über Prävention von sexueller Gewalt eröffnet

Früher vertuscht und verschwiegen, heutzutage Inhalt von Forschung, Lehre und Fortbildung ist sexualisierte Gewalt ein Thema, das eine hohe gesellschaftliche Relevanz einnimmt. Die nun in Paderborn eröffnete Wanderausstellung „Echt krass - wo hört der Spaß auf?" des PETZE-Instituts macht hierauf aufmerksam und nimmt besonders Kinder und Jugendliche in den Blick.

 

Prof. Dr. Michael Böwer, Dekan des Fachbereichs Sozialwesen der KatHO, führte in die Thematik der Ausstellung ein, in dem er die Wichtigkeit des Themas im Hochschulkontext betonte. Die Prävention sexualisierter Gewalt sei eingebettet in die Bereiche der Pädagogik, bezieht sich weiterhin forschungsbezogen auf die theoretische Ausarbeitung von Schutzkonzepten und führt vor allem dazu, Vorurteile zu vermeiden, beispielsweise im Hinblick auf die Wahrnehmung unterschiedlicher Männer- und Frauenbilder in den verschiedenen Kulturen einer Gesellschaft. Sexualisierte Gewalt dürfe nicht länger gesellschaftlich tabuisiert werden. Schon früh müsse richtungsweisend gefördert, gebildet und reflektiert werden – Hochschulpädagogik sei hierbei eine wichtige Möglichkeit zur Umsetzung.

 

Die Ausstellung über die Prävention sexueller Gewalt solle grundsätzlich die Thematik veranschaulichen, aber auch die Auseinandersetzung forcieren, fügte Theresa Bartz, Dekanatsreferentin für Jugend und Familie, an. Prävention sei in der katholischen Jugendarbeit immer schon Thema gewesen und wurde bereits 2011 von der Deutschen Bischofskonferenz in einer Präventionsordnung festgeschrieben. Zielgruppe seien letztendlich alle – seien es Ehrenamtliche, wie beispielsweise Betreuer auf Zeltlagern oder Messdienerleiter, aber auch Hauptamtliche. Es gehe grundsätzlich darum, Prävention als Haltung zu vermitteln und Menschen für diese Thematik zu sensibilisieren. Hierbei fallen nicht nur die Rahmenbedingungen einzelner Institutionen in den Blick, sondern es müssen im Besonderen Kinder und Jugendliche stark gemacht werden.

 

Die Ausstellung, die sich für Jugendliche ab der 8. Klasse eignet, bietet umfangreiche Möglichkeiten der aktiven Erarbeitung und Diskussion, wertschätzten beide Initiatoren das Konzept. Visuelle, auditive und teils haptische Erfahrung dienen anhand von fünf Säulen als Parcours zur Auseinandersetzung und Grenzerprobung. Elemente von Kommunikation in Beziehungen und emotionale Abhängigkeiten sind Thema, aber auch rechtliche Grundlagen werden spielerisch erfahrbar. Durch die vielfältige Methodenwahl und das aktive Ausprobieren der einzelnen Stationen können Schulgruppen diese Erfahrungen gut in ihre Unterrichtseinheiten einbetten und weiter durchdenken. Ebenso werden Schulungen unter Zuhilfenahme des Parcours durchgeführt.

 

Ein Besuch des Präventionsparcours (bis 17.05.) ist in der KatHO NRW (Leostraße 19) nach Absprache mit Theresa Bartz (Tel. 05251/207030 oder per E-Mail an bartz@dekanat-pb.de) möglich. Nach der Station in Paderborn wechselt der Parcours nach Herford, wo er vom 17. bis zum 30. Mai in der e-Kirche St. Paulus aufgebaut wird. Infos gibt es unter Tel. 05224/9385500.

<- Zurück zu: Aktuelles

Impressum - Datenschutzerklärung - © 2009 Dekanat Paderborn