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21.01.2019

Der Ladenhüter

Ich bin immer noch da, ich bin ein Ladenhüter, und mit mir sind es noch viele andere. In unserer Unterschiedlichkeit bereichern wir gemeinsam einen recht opulenten Laden, ein echtes Traditionsunternehmen mit denkmalgeschützter Fassade und heimeligen Schaufenstern, die durchaus mehr mit der Zeit gehen könnten. Die altehrwürdigen Ladeninhaber suchen schon lange nach jungen und innovativen Nachfolgern, aber das gestaltet sich als nicht so einfach, vor allem da das Arbeitsprofil zumeist eine eigene Familie ausschließt, da bewerben sich nicht so viele. Ich bin, mit vielen anderen zusammen, ein Ladenhüter, wie anfangs erwähnt. Ich bleibe. Moden und Trends kommen und gehen. Ich bleibe. Grundsätzlich gefällt es mir hier ja auch, aber der Laden erlebt keine einfachen Zeiten. Die Finanzen sind nicht das Problem, eher das Verhalten einiger Mitarbeiter, es geht um Vergehen, die das Vertrauen zerstört haben. Das schreckt viele Kunden ab, wie soll es nun weiter gehen?

Ich hänge ja an und in dem Laden, er ist mein Zuhause, mein Ort. Viel Gutes geschieht hier, und niemand wird verramscht oder unter Wert verkauft. Aber alles passt mir auch nicht, trotz vieler Erneuerungen könnte hier weiter entstaubt werden, mehr Licht in dunklen Ecken würde auch nicht schaden. So gehen viele Leute an unserem Schaufenster vorbei und nehmen das gute Angebot nicht wahr. Ich, der Ladenhüter, will dann rufen: Kommt doch herein mit euren Wünschen, eurer Kritik und den Fragen, gemeinsam können wir den Laden auf Vordermann bringen!

Übrigens: Falls sie den Laden suchen- er heißt Kirche.